Franz Anton Sporck und Kuks

Die nachstehenden Zeilen vermitteln Ihnen einen Einblick in wesentliche Momente der über 300-jährigen Geschichte von Kuks.

Kuks wäre vermutlich bis heute lediglich ein Ortsname nahe des Dorfes Slotov geblieben, hätte Franz Anton Sporck Sporck (1662-1738) ihn nicht zu seiner Sommerresidenz auerkoren. Dieser bedeutende Kunstmäzen zählte zu den prägendsten Persönlichkeiten des tschechischen Barocks an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert. Seinem Verdienst ist es zu verdanken, dass hier eine Insel barocker Kunst entstand, inspiriert von vielen europäischen Vorbildern. Er schuf hier ein Bild der idealen Welt, einerseits pulsierendes Leben in der Grafenresidenz und den Bädern, andererseits eine karitative und spirituelle Fürsorge im Hospital mit Kloster, Gruft und Friedhof. Tod und Leben sowie Vergnügen und Besinnung erscheinen in einer kunstvoll gestaltenen Kulisse, wie sie für die Barockzeit typisch war.

Johann Sporck, Vater von Franz Anton, war ein westfälischer Soldat, der bis zum wohlhabenden General der österreichischen Kavalerie aufstieg. Da Franz Anton den Grafentitel von seinem Vater, einem einfachen Bauern, geerbt hatte, konnte er nicht erwarten, in die höchsten aristokratischen Kreise aufgenommen zu werden. Sein gesamtes Wirken war daher voller Eifer, der sien zänkisches Temperament sowie seinen scharfsinnigen Geist widerspiegelte, um di Unmöglichkeit einer Karriere am Hof auszugleichen.

Einige der besten Künstler ihrer Zeit in Böhmen arbeiteten in Sporcks Umfeld – der Bildhauer Matthias Bernard Braun, der Kupferstecher Michael Heinrich Rentz, der Architekt Giovanni Batista Alliprandi oder der Maler Petr Brandl – und aus dem Ausland kamen beispielweise der Komponist Johann Sebastian Bach und der Dichter Gottfried Bejamin Hancke.

Bereits 1696 beschloss Sporck, auf seiner Herrschaft Gradlitz eine Versorgungsanstalt für seine Untertanen, alte Männer und Kriegsveteranen aus den umliegenden Dörfern zu errichten.

Der Bau des Hospitals beginnt

Die Entwürfe und Pläne für den Bau des Hospital und der Dreifaltigkeitskirche stammen vom berühmten italienischen Architekten G. B. Alliprandi. Sie wurden zwischen 1707 und 1717 von weiteren Italienern umgesetzt – dem Steinmetzmeister Pietro della Torre und dem Maurermeister Pietro Netolla. Die Kirche wurde am 20. August 1717 geweiht. Gleichzeitig mit der Kirche, deren Gruft als Grabstätte der Grafen diente, entstanden Gebäudetrakte beidseitig der Kirche – ein Konvent der Barmherzigen Brüder und ein Flügel für die Zöglinge des Hospitals. Zu dieser Zeit wurde auch ein Garten angelegt, hinter dem sich ein Friedhof mit einer Kapelle befand

Die ganze Ausdruckskraft dieses monumentalen Bauwerks wird durch die Skulpturen der Tugenden und Laster aus der Werkstatt von M. B. Braun (1684-1738) unterstrichen, die 1720 vor dem Hospital aufgestellt wurden.  Auf der Terasse vor der Kirche stehen weitere bewundernswerte Statuen von Braun – acht Seligkeiten, Engel des glückseligen und kläglichen Todes oder die Religion. Neben Braun wirkten hier auch Bildhauer Bartholomeo Jacob Zwengs (Statuen im Garten) und Johann Friedrich Kohl Severa (Plastiken auf der Fassade über dem Eingang in die Kirche).

Wussten Sie, dass Graf Sporck die Eröffnung des Hospital nicht mehr erlebte? Franz Anton starb am 30. März 1738, aber der Betrieb des Hospital begann erst 1743, als die Barmherzigen Brüder auf Einladung der Grafentochter Anna Katharina nach Kuks kamen.

Hospitalbetrieb

Der erste Prior Narcis Schön kam mit seinen Barmherzigen Brüdern im Jahre 1743. Zunächst errichtete er mit seinen Ordensbrüdern eine Apotheke mit dem Namen „Zum Granatapfel“, weil Granatapfel auf die Gründung des Ordens in Granada verwiest und ein Symbol für Schönheit, Fruchtbarkeit und Unsterblichkeit ist. In den Regalen befinden sich bis heute sog. Standgefässe aus Keramik, Glas, Prozellan oder Holz, in denen verschiedene Heilkräuter, Flüssigkeiten und Pulver aufbewahrt wurden.

Die Pfründner (Hospitaliten, Zöglinge, Spitäler) – wie die Insassen von Kuks genannt wurden – fanden ihre Unterkunft in geräumigen Zimmern, die jeweils für zehn Personen vorgesehen waren. Sie durften nur leichte Arbeiten verrichten, nicht fluchen oder zanken, keinen Schnaps trinken, sie hatten ihre Sachen sauber zu halten und regelmäßige tägliche Gottesdienste zu besuchen.

Die Versorgung dieser Männer wurde in der Hospitalstiftung in Kuk sbis zum Jahr 1938 gewährleistet. Nach der Münchner Abkommen mussten die Barmherzigen Brüder mit ihren Zöglingen das Spitalgebäude verlassen. Während der Besetzung diente dieses Gebäude teilweise als Lager für arisiertes Eigentum, eine Landwirtschaftsschule aus Reichenberg (Liberrec) wurde hierher verlegt und ein ötliches Heimatmuseum hatte hier seine Ausstellungen. Seit 1942 befand sich sog. Gaujugendheim (Besserungsanstalt für Knaben aus dem Sudetengau), Am Kriegsende bot dieses Haus Zuflucht für deutsche Frauen und Kinder vor der vorrückenden Roten Armee.

Od války po dnešek

Po druhé světové válce přešla hospitální budova do správy ONV v Jaroměři. V jednom křídle se až do roku 2001 bádalo v pobočce Krajského archivu Východočeského kraje. Ve druhém křídle do konce 60. let fungovala jedna z léčeben dlouhodobě nemocných. Centrální díl okolo kostela převzala po roce 1946 Národní kulturní komise.

Koncem 50. let začíná pozvolná a zdlouhavá cesta k záchraně barokního komplexu. Jejím nejvýznamnějším počinem byl jednoznačně přesun originálů soch Ctností a Neřestí do prostor bývalé nemocnice, dnešního lapidária, slavnostně otevřeného v roce 1984.

V roce 1946 se uskutečňují první organizované prohlídky soch před hospitálem a barokní lékárny uvnitř. Roku 1958 byla budova prohlášena kulturní památkou, ovšem s ohledem na tehdejší ideologii nesprávně jako Státní zámek Kuks. V roce 1995 - už jako hospitál - byla povýšena na národní kulturní památku.

Vom Krieg bis heute

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm das zuständige Bezirksverwaltung das Hospitalgebäude. Im nordwestlichen Flügel befand sich bis zum Jahre 2001 eine Zweigstelle des Regionalarchivs des Ostböhmischen Kreises. Im östlichen Flügel wurde ein Pflegeheim (bis zum Ende der 60er Jahre) eingerichtet. Ende der 1950er Jahre begann der langwierige Prozess zur Rettung des Barockkomplexes. Eines der bedeutendsten Ereignisse war ohne Zweifel die Verlegung der Originalstatuen der Tugenden und Laster in die Räumlichkeiten des ehemaligen Krankenhauses, dem heutigen Lapidarium, das 1984 eröffnet wurde.

Im Jahre 1946 fanden die ersten organisierten Besichtigungen der Skulpturen vor dem Hospital und der barocken Apotheke statt. Im Jahre 1958 wurde das Gebäude zum Kulturdenkmal erklärt, (allerdings aufgrund der damaligen Ideologie fälschlicherweise als Staatliches Schloss Kuks), im Jahre 1995 zum Nationalkulturdenkmal Hospital Kuks.

Die Träume von einer Renovierung des Hospitals wurden 2010 wahr, als das Projekt „Kuks – Granatapfel“ (Kuks – Granátové jablko) gestartet wurde. Das Gebäude wurde in ein modernes Denkmal verwandelt, wo zahlreiche gesellschaftliche, kulturelle und bildungsbezogene Veranstaltungen stattfinden, wobei natürlich vorrangig ein sensibler Ansatz zur Pflege und Erhaltung des natioanlen Kulturerbes verfolgt wird. Das renovierte Hospital wurde nach einer einjährigen Pause im März 2015 wiedergeöffnet. Für mehr Infos über dieses Renovierungsprojekt können Sie bitte hier klicken.